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Zazen

Zazen ist die Praxis des Zen. Beim Zazen ist die Aufmerksamkeit auf kein Objekt gerichtet und an keinen Inhalt gebunden. Zen Meister Dogen überlieferte uns: "Zen zu studieren bedeutet, sich selbst zu studieren, sich selbst studieren bedeutet, sich selbst vergessen. Sich selbst vergessen bedeutet, in Harmonie zu sein mit allem, was uns umgibt". Zen ist weder eine Theorie, eine Idee, noch ein bestimmtes intellektuelles Wissen, sondern in der Ausübung eine Praxis: nämlich die des "richtigen Sitzens". Tiefe Weisheit entwickelt sich, deren Essenz wir nicht mit dem logischen Denken erreichen können, wie uns Buddha lehrte. Die Beine sind gekreuzt und das Gesäß ruht auf dem Sitzkissen. Das Becken ist leicht nach vorne gekippt, die Knie drücken gut gegen den Boden, Körper und Kopf sind aufgerichtet und soweit als möglich entspannt. Das Kinn wird zurückgezogen, der Nacken gestreckt, die Schultern sind ebenfalls entspannt. Die Augen sind halb geöffnet, der Blick ist ca. ein Meter vor einem auf den Boden gesenkt. Die Zungenspitze liegt unter dem Gaumen. Die linke Hand liegt in der rechten und dieHandflächen weisen nach oben. Die Daumen sind waagerecht, berühren sich sanft, bilden ein Mudra (Oval), und die beiden Handkanten berühren den Unterbauch ca. drei Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels.
Jedes Detail der Haltung ist wichtig, denn alle Teile des Körpers hängen wechselseitig voneinander ab und beeinflussen sich. Bei nachlassender Haltung richtet man sich ganz langsam und unmerklich wieder auf bzw. korregiert die Haltung. Am Anfang der Übung kann man zwei, drei Mal tief ein und aus atmen, dann lässt man den Atem geschehen. Man beobachtet, wie er kommt und geht. Man manipuliert ihn nicht. Es reicht aus zu beobachten, wie der Atem durch den Körper fließt.
Genauso wie die richtige Atmung nur aus einer richtigen Haltung entstehen kann, ergibt sich die Geisteshaltung ganz natürlich aus einer tiefen Konzentration auf Haltung und Atmung. Man ist geistig präsent, d.h. man achtet darauf, dass man nicht ins Träumen oder Dösen verfällt. Während der Übung kommen Gedanken und gehen Gedanken, man nährt sie nicht und scheucht sie nicht weg, auch ist es nicht wichtig, keine Gedanken zu haben. Man sitzt, um zu sitzen. Es ist wichtig, sich keiner Idee zu verhaften, alles darf kommen und darf gehen, alle Gedanken, Gefühle gleich welcher Art diese sind.
In dieser, seiner reinsten Form ist Zazen das Verweilen in einem Zustand gedankenfreier, hellwacher Aufmerksamkeit, die auf kein Objekt gerichtet ist und an keinem Inhalt haftet. Diese Art der Praxis nannte Dogen die Praxis von Shikantaza, nur sitzen.